Im Jahr 2017 missbrauchte ein Unbekannter in Hünstetten ein elfjähriges Mädchen. Jetzt brachte ein DNA-Treffer den Durchbruch – die Polizei nahm einen dringend Tatverdächtigen fest.
Die Polizei hat einen 42 Jahre alten Mann aus dem Rheingau-Taunus-Kreis festgenommen, der vor acht Jahren ein damals 11-jähriges Mädchen missbraucht haben soll. Das teilten Staatsanwaltschaft Wiesbaden und des Polizeipräsidiums Westhessen am Dienstag mit.
DNA-Spur wurde regelmäßig mit Datenbank abgeglichen
Bei der Tat im Jahr 2017 in Hünstetten-Limbach (Rheingau-Taunus) hatten Spezialisten des Hessischen Landeskriminalamts DNA des flüchtigen Täters gesichert. In der vergangenen Woche habe dann ein DNA-Treffer auf die Spur des tatverdächtigen Mannes aus dem Rheingau-Taunus-Kreis geführt.
Der Treffer habe sich „aus dem regelmäßigen Abgleich neu angelegter DNA-Proben mit der DNA-Datenbank ergeben“, so die Staatsanwaltschaft.
Der Mann wurde am vergangenen Freitag durch die Wiesbadener Kriminalpolizei festgenommen, seine Wohnung wurde durchsucht. Er kam zunächst in Polizeigewahrsam nach Wiesbaden und wurde von dort am Samstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Wiesbaden einer Haftrichterin vorgeführt, die Untersuchungshaft anordnete.
Kind morgens an der Bushaltestelle aufgegriffen
Das Mädchen soll im September 2017 morgens von einem ihm unbekannten Mann an einer Schulbushaltestelle im Ortsteil Limbach in ein Auto gelockt worden sein. Dem 42-Jährigen wird vorgeworfen, das Kind anschließend mit seinem Auto auf einen nahegelegenen Waldparkplatz gebracht und sich sexuell an ihm vergangen zu haben.
Anschließend habe er das Mädchen bis zu seiner Schule nach Idstein gefahren. Von dort aus wurde die Polizei verständigt.
Intensive Zeugensuche über Jahre hinweg
Nach dem Täter wurde in den vergangenen Jahren intensiv gefahndet. Unter anderem wandten sich die Ermittler mit einem Phantombild an die Bevölkerung. Über den Fall wurde im Jahr 2017 in der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ berichtet und im Jahr 2018 im „ARD Kriminalreport“.
Insgesamt seien im Laufe der Jahre über 1.000 Hinweise an die Polizei eingegangen, so die Staatsanwaltschaft. Letzten Endes habe jedoch erst der Treffer in der DNA-Datenbank auf die Spur des Mannes geführt.