Ein Raum, in dem unter Aufsicht Drogen konsumiert werden können – begleitet von weiteren Angeboten, um trotz Sucht in Würde zu leben: 1994 war dieser «Frankfurter Weg» revolutionär. Auch 30 Jahre später ist der Konsumraum ein wichtiges Angebot in der Drogenhilfe.

Konsum mit weniger Risiken

Der Konsumraum des Eastside ist Vorreiter. Als er vor 30 Jahren eröffnet wurde, war er der erste seiner Art in Deutschland, ganz im Sinne des «Frankfurter Weges» in der Drogenpolitik. Bei diesem geht es – verkürzt gesagt – vor allem darum, Menschen, die von Drogen abhängig sind, nicht zu kriminalisieren, sondern als Suchtkranke zu begreifen. Gleichzeitig sollen die Risiken des Drogenkonsums reduziert werden.

Helfen sollen etwa saubere Nadeln und mit sauberem Wasser aufgezogene Spritzen. Auf der Straße hat Till Eckert andere Zustände beobachtet: «Das wird im Notfall auch mal aus der Pfütze genommen.» Außerdem sind im Konsumraum ständig Mitarbeitende der Drogenhilfe vor Ort. Über Spiegel, die vor jedem Konsumplatz angebracht sind, haben sie die Konsumierenden, oder Klienten, wie sie im «Eastside» genannt werden, im Blick. «Sobald keine Körperspannung mehr da ist, haben wir einen Notfall, dann müssen wir einschreiten,» sagt Eckert.

Der «Frankfurter Weg» brachte einen Erfolg – bei der Zahl der Drogentoten: Während zu den schlimmsten Zeiten Anfang der 90er Jahre in Frankfurt bis zu 147 Menschen jährlich wegen Drogenkonsums zu Tode kamen, sind es heute «nur» noch um die 30. Im Gegensatz zu den bundesweit steigenden Zahlen blieben die Todeszahlen in Frankfurt in den letzten Jahren relativ stabil.

Die Stadt Frankfurt plant mittlerweile, das Konzept zu erweitern: Im Bahnhofsviertel soll ein Konsumraum speziell für Crack-Süchtige entstehen.

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