In Hessen ist die Zahl der aufgedeckten Betrugsversuche bei Führerscheinprüfungen weiter gestiegen. Absolventen setzen auf Mini-Kameras und versteckte Kopfhörer – oder schicken jemand anderes zur Prüfung.
Die Zahl der Täuschungsversuche bei den theoretischen Führerscheinprüfungen ist in Hessen im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Aufgedeckt wurden 263 Fälle, im Jahr zuvor waren es 245, wie aus Zahlen des Tüv-Verbands hervorgeht.
Deutschlandweit wurden 4.239 derartige Betrugsfälle registriert. „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Prüfungsbetrug nach einem starken Anstieg in den Vorjahren auf einem hohen Niveau stabilisiert“, sagte Fani Zaneta vom Tüv-Verband. Zugleich gebe es vermutlich ein großes Dunkelfeld, da nur ein Teil der Täuschungen entdeckt werde.
Hightech trifft auf alte Schule
Auffällig ist der Einsatz technischer Hilfsmittel: In mehr als jedem dritten Fall in Deutschland (36 Prozent) kamen den Angaben zufolge etwa Mini-Kameras oder kaum sichtbare Ohrhörer zum Einsatz.
Auch Doppelgänger sind keine Seltenheit: In weiteren Fällen legten sogenannte Stellvertreter die Prüfung ab. Insgesamt sei inzwischen gut jeder zweite Betrugsversuch (52 Prozent) professionell organisiert, so der Tüv-Verband.
Oftmals weitere Personen beteiligt
Oftmals seien weitere Personen involviert, die den Prüfling „technisch unterstützen, aus der Ferne Lösungen übermitteln oder sich als Fahrschüler ausgeben“, so Zaneta.
Dafür sei auch entsprechendes technisches Know-how notwendig, um bestimmte Betrugsmaschen durchführen zu können.
Grund für die gestiegene Zahl an Mogeleien werden auch die gestiegenen Preise sein. Bereits im vergangenen Jahr meldete der ADAC, dass die Kosten für einen Führerschein häufig bei über 3.500 Euro liegen.