Im Prozess um den Tod eines 81-Jährigen in Biblis hat der Angeklagte eingeräumt, zur Tatzeit vor Ort gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Habgier vor – er bestreitet die Tat.

Der Angeklagte, dem vorgeworfen wird, seinen 81 Jahre alten Vermieter im südhessischen Biblis ermordet zu haben, hat im Darmstädter Landgericht zugegeben, zur Tatzeit vor Ort gewesen zu sein. Er habe den Rentner aber nicht angegriffen, ließ der Mann am Mittwoch über seinen Verteidiger erklären.

Laut Staatsanwaltschaft hat der 35-jährige Mazedonier am 9. Februar 2025 gemeinsam mit zwei Mittätern den Vermieter heimtückisch aus Habgier ermordet, um ihn berauben zu können. Der Angeklagte hatte den Ermittlungen zufolge als Arbeiter im Haus des Opfers gelebt.

Staatsanwaltschaft: Opfer an Knebel erstickt

Zuvor hätten sich die Männer für drei Monate ein Zimmer gemietet, um in Südhessen zu arbeiten. Da sie aber keine Arbeit bekamen, hätten sie beschlossen, den Vermieter auszurauben, wozu sie ihn fesselten und knebelten.

Sie sollen 26.000 Euro in bar, eine Goldkette im Wert von 1.000 Euro, Geldmappen und die Girocard des Mannes mitgenommen haben. „Sie ließen den 81-Jährigen in hilfloser Lage zum Sterben zurück“, sagte Staatsanwältin Elena Danch. Der Rentner sei an einem Knebel erstickt. Angehörige fanden ihn am nächsten Tag leblos in seiner Wohnung.

Festnahme in Griechenland

Einige Monate nach der Tat nahm die Polizei in Griechenland einen Tatverdächtigen fest. Im Zuge der Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht gegen den damals 34-Jährigen.

Der Angeklagte bestätigte, dass die drei Männer in Deutschland arbeiten wollten, dass es aber keine Arbeit gegeben habe und sie deswegen zurück in die Heimat wollten. Einer von ihnen habe mit dem Vermieter wegen der Rückzahlung der Miete sprechen wollen. Als er dazukam, sei der Rentner schon gefesselt gewesen und sei geknebelt worden.

Der Angeklagte erklärte, dass er den Raum verlassen habe, als er sah, wie einer der Männer dem Rentner ein Kissen ins Gesicht drücken wollte. Er sei mit den beiden dann zurück nach Mazedonien gefahren. Der Prozess wird am 20. April fortgesetzt.

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