Mo. Jun 24th, 2024
Der Abstiegskampf in der zweiten Fußball-Bundesliga spitzt sich zu. Mittendrin: Der SV Wehen Wiesbaden. Druck spüren die Hessen aber trotzdem nicht.

Beim 3:1-Testspielerfolg vom SV Wehen Wiesbaden gegen Drittligist Waldhof Mannheim durften sich gleich zehn neue Spieler in der Startelf beweisen. Der auffälligste Mann auf dem Wehener Halberg stand aber trotzdem nicht auf dem Platz, sondern auf der Tribüne. Ein mitgereister Waldhof-Fan brüllte dort bei jedem Pfiff des Unparteiischen ein ohrenbetäubendes “Schiri!” – sehr zur Belustigung der SVWW-Anhänger, die jeden Ruf des Mannheimer Schreihalses mit Gelächter quittierten.

Ohnehin zeigten sich die hessischen Fans sehr entspannt, obwohl ihr Verein in den letzten Wochen doch noch richtig in den Abstiegskampf der zweiten Bundesliga hineingerutscht ist. Tatsächlich lag das allerdings vor allem daran, dass die Konkurrenz im Keller zuletzt sehr fleißig punktete. Der SVWW blieb dagegen konstant, holte neun Punkte aus neun Rückrundenspielen – mit der identischen Punktzahl war man in der Hinrunde gestartet.

Hohes Pressing, aber kein Druck

Wohl auch deshalb hält sich der Druck bei den Spielern in Grenzen. Sagte zumindest Kapitän Sascha Mockenhaupt: “Wer die Tabelle lesen kann, der hat schon lange gesehen, dass es ein enges Ding wird. Aber wir wissen, was wir spielen müssen, um drin zu bleiben.” Zumindest im Testspiel gegen Mannheim präsentierte sich auch die umgekrempelte Mannschaft locker und zeigte ansehnlichen Fußball. Bestes Beispiel: Das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0: Nikolas Agrafiotis packte bei der Vorarbeit die Hacke aus.

Taktisch auffällig: Die Hessen attackierten phasenweise sehr früh und hatten untypisch oft den Ball. Das lag nicht nur am niedrigklassigen Gegner, wie Trainer Markus Kauczinski verriet: “Wir haben in den letzten Spielen zwar etwas tiefer verteidigt, aber wollen die Linien jetzt wieder höher schieben.” Gegen den Waldhof setzte seine Mannschaft das in der ersten Halbzeit gut um, gewann immer wieder in gefährlichen Räumen den Ball.