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Berlin 12 01-2023
Berliner Drogenfahnder: „Der Rauschgift-Nachschub muss unendlich sein“
Chefermittler Olaf Schremm spricht über Koks-Taxis, Partydrogen und Legalisierung und erklärt, warum der Kokain-Preis trotz riesiger beschlagnahmter Mengen nicht steigt.
Herr Schremm, verliert man als Polizist nicht die Hoffnung angesichts der vielen Drogen, die in Berlin gehandelt und konsumiert werden?
Der Kokain-Konsum ist in Europa auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Das zeigen die Ergebnisse der europaweiten Abwasseranalyse des European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA). Spitzenreiter beim Kokain-Konsum ist Berlin.

Herr Schremm, verliert man als Polizist nicht die Hoffnung angesichts der vielen Drogen, die in Berlin gehandelt und konsumiert werden?

Eigentlich nicht. Ich mache das hier seit mehr als zehn Jahren. Und es ist ja nicht allein Aufgabe der Polizei, die Drogenprobleme in der Stadt zu bekämpfen. Man wird den Drogenkonsum nie auf null reduzieren; seit zehntausend Jahren versuchen sich die Menschen in Rausch zu versetzen. Aber man kann Drogen eindämmen, indem man ihre Attraktivität durch Aufklärung relativiert. Und wir als Polizei versuchen, den organisierten Handel zu bekämpfen. Wir kriegen nicht alle, aber viele Händler. Wir haben 170 bis 180 Haftbefehle im Jahr, sperren also jeden zweiten Tag einen Drogendealer ein. Und nicht nur den Kleinen vom Görlitzer Park, sondern auch Händler der oberen oder mittleren Ebene, die das Rauschgift aus dem Ausland hier einschmuggeln.

Eine europaweite Abwasseranalyse des European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction zeigt, dass der Drogenkonsum in Europa nach der Pandemie weiter angestiegen ist, besonders bei Kokain. In Deutschland ist Berlin Spitzenreiter beim Koks-Konsum. Wie verbreitet ist Rauschgift in der Stadt?

Cannabis ist die am meisten gehandelte und konsumierte Droge. Dann kommt Kokain und mit spürbarem Abstand Heroin, Amphetamine, Ecstasy und sonstige synthetische Drogen.

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