Fr. Jun 21st, 2024

Das Frankfurter Bahnhofsviertel versinkt in der Verelendung. Drogen werden ganz offen konsumiert. Anwohner schimpfen über Verwahrlosung „wie im Harlem der 70er-Jahre“, Geschäfte geben auf. Die Stadt ruft jetzt die Bundesregierung zu Hilfe.

Zweimal am Tag rückt in den Frankfurter „Wasserstraßen“ die Stadtreinigung an und spritzt die Fäkalien vom Pflaster. Das beteuert zumindest die zuständige Ordnungsdezernentin, die FDP-Politikerin Annette Rinn. Die „Wasserstraßen“ sind besonders neuralgische Straßenzüge im Bahnhofsviertel, benannt nach Elbe, Weser, Mosel und Nidda. Dort halten sich oft Dutzende Drogensüchtige auf, es wird gedealt, gekifft, geschnorrt und gezofft.

Obdachlose bauen Matratzenburgen, ausgezehrte Gestalten rauchen Crack, Junkies setzen sich Spritzen, in Hauseingängen kauern reglose Körper.

Der Anblick der verelendeten Menschen ist schier unerträglich, ebenso die mittlerweile völlig ungenierte Hehlerei. Es stinkt nach Urin, ständig liegt überall Müll. Immer mehr Gewerbetreibende ergreifen die Flucht, zuletzt die Fitness-Kette Kieser. Dabei existierte das Studio in der Niddastraße seit 1990, es war sogar das älteste in ganz Deutschland. Kunden und Mitarbeiter hätten sich unwohl und unsicher gefühlt, begründete Kieser das Aus.

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