Fr. Jun 21st, 2024

Im Schnitt wird in Hessen jede Woche ein Geldautomat gesprengt. Die Explosionen verunsichern nicht nur Anwohner und hinterlassen Schäden. Sie wirken sich auch auf Bankkunden aus, weil kaputte Geräte oft nur langsam oder gar nicht ersetzt werden.

Anfang des Jahres gab es beispielsweise eine Explosion im Frankfurter Stadtteil Griesheim: Nach Angaben der Polizei sprengten vermummte Männer dort in einem mehrstöckigen Wohnhaus einen Geldautomaten der Frankfurter Sparkasse. Es ist eines von fünf Geräten, die allein bei diesem Institut in diesem Jahr bisher beschädigt wurden.

Auf einen neuen Automaten warten die Kunden in Griesheim bis heute. Dabei heißt es bei der Sparkasse, man setze alle Hebel in Bewegung, um in dem Stadtteil wieder mit einer Selbstbedienungsfiliale präsent zu sein. In dem damals betroffenen Wohnhaus geht das offenbar nicht mehr, deshalb muss ein neuer, geeigneter Standort her. “Wir führen Gespräche mit potenziellen Vermietern, bislang aber ohne Erfolg”, teilt die Sparkasse dazu mit.

Die heikle Frage nach dem Standort

Bei der Volksbank Mittelhessen hat es neun Monate gedauert, bis sie ihren dieses Jahr gesprengten Automaten im Marburger Stadtteil Wehrda ersetzt hat. Das Gerät hatte vor der Sprengung am Eingang eines Supermarkts gestanden, der bei der Sprengung beschädigt wurde. Ob das neue Gerät wieder dort stehen könne, darüber habe es lange Diskussionen gegeben, sagt Volksbank-Sprecher Michael Agricola.

Am Ende einigte man sich seiner Aussage nach darauf, den neuen Geldautomaten nicht mehr im Supermarkt, sondern davor auf einem Parkplatz abzustellen. Dort steht er nun, gesichert durch eine Betonhülle, die nachts mit einem Rollladen abgeschlossen werden kann. Es ist eines von 20 Geräten, die bei der Volksbank in den vergangenen zehn Jahren gesprengt wurden. Vier dieser kaputten Geräte konnte sie allerdings nicht mehr ersetzen, weil sich die Vermieter in diesen Fällen quer gestellt haben.

Die Geräte müssen aufgerüstet werden

Für Banken – und Verbraucher – haben Geldautomatensprengungen in Hessen damit unter Umständen größere Auswirkungen. Die Zahl der rabiaten Überfälle hat zuletzt angezogen: 54 Geräte haben Kriminelle nach Angaben des Landeskriminalamts allein im bisherigen Jahr in Hessen gesprengt. Das waren 20 mehr als im selben Zeitraum des Vorjahrs. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 13 Millionen Euro, davon sind über vier Millionen Euro Beute.

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