Mo. Jun 24th, 2024
Seit dem neuen Jahr werden in Hanau keine Frühgeborenen unterhalb einer bestimmten Gewichtsgrenze mehr versorgt. Zu den genauen Gründen halten sich Stadt und Klinikum bislang bedeckt.

Frühchen, die weniger als 1.250 Gramm wiegen, werden seit Jahresbeginn nicht mehr im Klinikum Hanau aufgenommen. Die Stadt Hanau kündigte in einer Pressemitteilung an, dass das Klinikum aktuell “in Abstimmung mit den Sozialleistungsträgern hinsichtlich der Versorgung” von Frühgeborenen unterhalb dieser Gewichtsgrenze sei.

Betroffene Frühchen kommen unter anderem nach Frankfurt

Die betroffenen Patientinnen und Patienten würden an umliegende Krankenhäuser – vor allem nach Frankfurt – weitergeleitet, in denen es ein sogenanntes Perinatalzentrum Level 1 gibt. Die Zentren sind auf die Versorgung von besonders leichten Frühgeborenen und Risikoschwangeren spezialisiert.

“Frühgeborene, die mehr als 1.250 Gramm wiegen, werden auch weiterhin im Klinikum Hanau versorgt”, hieß es in der Mitteilung der Stadt vom Freitag.

Mit Verweis auf die noch laufenden Gespräche wollten sich am Dienstag weder das Klinikum noch die Stadt Hanau genauer dazu äußern, warum es zum Aufnahmestopp kam und wie lange dieser dauern wird. Ein Abschluss der Gespräche werde erst gegen Ende Januar erwartet, teilte eine Sprecherin des Klinikums mit.

Neue Regelung zur Frühchen-Versorgung seit Jahresbeginn

Zum Jahreswechsel ist im Bereich der Frühchen-Versorgung bundesweit die Übergangsfrist einer neuen Regelung abgelaufen. Bereits 2020 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der Richtlinien für gesetzliche Krankenkassen und ambulante und stationäre Gesundheitsversorger vorgibt, einen neuen Beschluss gefasst.

Demnach sollen nur solche Krankenhäuser eine spezialisierte Abteilung für Frühgeborene unter 1.250 Gramm fortführen, die im Jahr mindestens 25 Frühgeborene unterhalb dieser Gewichtsgrenze versorgen. In den vergangenen drei Jahren galt für die Kliniken eine Übergangsfrist mit niedrigeren Mindestzahlen.

Die Stadt Hanau und das Klinikum äußerten sich am Dienstag zunächst nicht dazu, ob die aktuellen Gespräche mit dieser Regelung zusammenhängen.