Mi. Jun 19th, 2024
Nach dem Bombenfund im Wiesbadener Stadtteil Biebrich hat die Evakuierung begonnen. Rund 10.000 Anwohner sind betroffen, auch zwei Autobahnen müssen gesperrt werden. Derzeit läuft aber nicht alles nach Plan.
 

Die Weltkriegsbombe sei bei Bauarbeiten in Biebrich gegenüber vom Kallebad gefunden worden, teilte die Stadt Wiesbaden am Dienstagabend mit. Die Bombe sollte planmäßig bis 12 Uhr am Mittwochmittag entschärft oder kontrolliert gesprengt werden.

Einsatzkräfte von Ordnungsamt, Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Kampfmittelräumdienst sind im Einsatz.

Die Evakuierung des Sperrgebiets wurde am Morgen aber bereits um mindestens eine Stunde nach hinten verschoben. Bis nun voraussichtlich um 10 Uhr sollte der umliegende Bereich um den Fundort evakuiert sein, kündigte die Feuerwehr an.

Etwa 100 Menschen müssten liegend aus dem Gebiet transportiert werden, die Einzelfahrten bräuchten mehr Zeit, hieß es vor Ort.

Rund 10.000 Menschen betroffen

Der Radius des Evakuierungsbereichs wurde auf einen Kilometer festgelegt, mehr als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner sind betroffen. Acht Kindertagesstätten befinden sich in dem Radius, es werde dort keine Notbetreuung angeboten, so die Stadt. Auch an drei betroffenen Schulen entfällt die Ferienbetreuung.

Für Menschen, die nicht bei Familie, Freunden oder Bekannten außerhalb der Sperrzone unterkommen können, hat die Stadt eine Betreuungsstelle mit 200 Plätzen im Haus der Vereine im Stadtteil Dotzheim eingerichtet. Wegen des hohen Andrangs werde nun eine weitere Notunterkunft in einer Schule vorbereitet, hieß es während des Evakuierungseinsatzes.

Nach Angaben der Einsatzleitung vom Mittwochmorgen hatte sich ein Einwohner der Polizei widersetzt und war zunächst der Aufforderung nicht nachgekommen, seine Wohnung zu verlassen. Vor der Entschärfung oder kontrollierten Sprengung prüfen die Einsatzkräfte das Sperrgebiet unter anderem mit Wärmebildkameras.

Bürgertelefon eingerichtet

Auch ein Bürgertelefon (0611 / 31-8080) wurde am Dienstagabend freigeschaltet, um Fragen zu beantworten oder Transporte für Menschen zu organisieren, die sich nicht selbstständig aus dem Gebiet bewegen können. Die Stadt bat darum, von Anrufen bei den Notrufen 110 und 112 abzusehen. Die Stadt informiert fortlaufend über die Situation auf der eigenen Infoseite.

Beeinträchtigungen im Verkehr

Auf Sperrungen müssen sich auch Autofahrer einstellen. Betroffen sind neben einigen Straßen im Stadtgebiet auch die A643 und die A66 im Bereich des Schiersteiner Kreuzes.

Die A66 ist seit dem Morgen in beiden Richtungen zwischen Wiesbaden-Biebrich und Wiesbaden-Frauenstein und die A643 zwischen Wiesbaden-Äppelallee und Schiersteiner Kreuz gesperrt. Wann die Sperrungen aufgehoben werden, ist unklar.

Auch die Deutsche Bahn stellt nach Angaben der Stadt den Personen- und Güterverkehr ab 11.40 Uhr auf der Strecke zwischen Wiesbaden-Biebrich und Eltville (Rheingau-Taunus) ein.