Fr. Jun 21st, 2024
Hessens Bevölkerung soll bis 2040 auf rund 6,4 Millionen anwachsen: Laut einer neuen Studie ist das Land damit dem Bundestrend voraus. Die Entwicklungen in den einzelnen hessischen Kreisen gehen weit auseinander.

Rund 6,4 Millionen Menschen werden im Jahr 2040 in Hessen leben. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Prognose der Bertelsmann Stiftung hervor. Laut der Studie mit dem Titel “Wegweiser Kommunen” wächst die Bevölkerung in Hessen in den kommenden 16 Jahren verglichen mit dem Jahr 2020 um 1,7 Prozent.

Hessen liegt damit deutlich über dem bundesweiten Anstieg der Bevölkerungszahl von 0,6 Prozent. Unter den Flächenländern verzeichnen nur Bayern und Baden-Württemberg einen höheren Anstieg. Allerdings verteilt sich das Wachstum unterschiedlich auf die 21 hessischen Kreise und fünf kreisfreien Städte.

Größter Anstieg in Groß-Gerau erwartet

Den größten Zuwachs wird es der Studie zufolge im Kreis Groß-Gerau mit 8,6 Prozent geben. Es folgen der Kreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Offenbach mit rund fünf Prozent. Unter den kreisfreien Städten legen auch Frankfurt (4,2) und Darmstadt (3,2) zu.

Das größte Minus wird im Kreis Gießen mit 7,9 Prozent erwartet. Laut der Studie ist die Prognose für Gießen allerdings besonders unsicher, weil dort zahlreiche Geflüchtete gemeldet seien. Ein Minus von zwei Prozent und mehr wird zudem für den Vogelsbergkreis und die Kreise Waldeck-Frankenberg, Limburg-Weilburg und die Stadt Wiesbaden prognostiziert.

Ob die Bevölkerung wächst, hängt auf der Ebene der Städte und Gemeinden zudem von der Größe ab. Nur in den Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern seien durchschnittlich sinkende Zahlen zu erwarten.

400.000 Rentner mehr, weniger Erwerbstätige

Der Zuwachs der Bevölkerung ist eines, die Demografie ein anderer Faktor. “Viele Kommunen in Hessen stehen in den nächsten Jahren durch die demografische Entwicklung vor großen Herausforderungen”, teilte die Bertelsmann Stiftung mit. Ältere Menschen hätten andere Anforderungen als Jüngere, zum Beispiel im Bereich der Betreuungseinrichtungen.

“In den nächsten Jahrzehnten wird die zunehmende Alterung erhebliche Auswirkungen auf die Alterssicherungssysteme und auf den Pflegebedarf haben“, teilte die Stiftung mit. So werde der Anteil der Personen im Rentenalter ab 65 Jahren bis 2040 von 21 auf 27 Prozent steigen. Das wären fast 400.000 Menschen mehr.

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