Fr. Jun 21st, 2024
Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schließt weitere Standorte. Nach Angaben des insolventen Unternehmens werden alle zehn Standorte in Hessen weitergeführt.

Aufatmen für die Beschäftigten der finanziell angeschlagenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof: Alle zehn Filialen in Hessen werden fortgeführt, wie der Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus am Samstag mitteilte. Demzufolge zählen die hessischen Standorte zum neuen Galeria-Filialportfolio. Dieses sei “wichtiger Teil des zu erarbeitenden Insolvenzplans und entscheidend für eine erfolgreiche Zukunft des Warenhauses in Deutschland”.

Hingegen werden 16 der 92 Filialen in Deutschland zum 31. August geschlossen, wie Denkhaus bekannt gab. Besonders betroffen sind mit jeweils drei Häusern Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Auch im benachbarten Rheinland-Pfalz wird etwa in Mainz eine Filiale geschlossen.

Man habe für den Erhalt jeder einzelnen Filiale “hart verhandelt”, sagte der Insolvenzverwalter. Dies sei nicht nur im Interesse der Mitarbeitenden gewesen, “sondern auch im Hinblick auf lebende Innenstädte”.

“Notwendige Profitabilität erzielen”

Für die Fortführung einer Filiale ist den Angaben zufolge entscheidend, dass diese das Potenzial haben müsse, die “notwendige Profitabilität zu erzielen”. Dabei spielte unter anderem die Miethöhe eine zentrale Rolle. “Als Ziel haben wir einen marktüblichen Mietkorridor von sieben bis elf Prozent des Umsatzes definiert, um die jeweilige Filiale wirtschaftlich rentabel betreiben zu können”, erklärte Denkhaus.

Dort, wo mit den Vermietern ein wirtschaftlich vertretbares Eergebnis nicht zu erzielen gewesen sei, könnten die betreffenden Häuser nicht fortgeführt werden. Für die betroffenen rund 1.400 Mitarbeitenden der 16 Standorte sei mit dem Sozialpartner eine “sozialverträgliche Lösung” erarbeitet worden. Von den rund 12.800 Menschen, die das Unternehmen beschäftigt, sollen 11.400 demnach ihren Job behalten.

Dritte Insolvenz seit 2020

Der Warenhauskonzern hatte Anfang Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von dreieinhalb Jahren. Als Grund für die schwierige Lage nannte Galeria-Chef Olivier Van den Bossche damals unter anderem die Insolvenzen der Signa-Gruppe des bisherigen Eigentümers René Benko.

Seit Anfang April ist bekannt, dass ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC und der Gesellschaft BB Kapital SA des Unternehmers Bernd Beetz die Kaufhauskette übernehmen will. Die zwischen Investoren und Galeria geschlossene Vereinbarung kommt jedoch nur zustande, wenn die Gläubiger zustimmen.

Insolvenzverwalter Denkhaus will bis Ende April den Insolvenzplan für den Eigentümerwechsel vorlegen. Rechtskräftig ist der Plan erst, wenn die Gläubigerversammlung ihn am 28. Mai annimmt und dieser anschließend vom Gericht erneut bestätigt wird. Bis Ende Juli will Denkhaus das Unternehmen an die neuen Eigner übergeben.

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