E-Zigaretten, oft Vapes genannt, werden auch von Jugendlichen konsumiert. Was viele nicht wissen: Vapes können illegale Drogen, sogenannte Baller-Liquids, enthalten. Der Landkreis Verden möchte aufklären.
Immer wieder gebe es Fälle von jungen Menschen, die nach dem Gebrauch von Vapes Kreislaufprobleme oder andere gesundheitliche Probleme haben, sagte Jessica Hambrock vom Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises am Dienstag im Gespräch mit dem NDR Niedersachsen. Fälschlicherweise werde das auf den Nikotinkonsum zurückgeführt. Es könnten aber auch illegale Drogen dahinterstecken. Man wisse nie genau, was man verdampft und wie stark die Wirkung ist.
„Baller-Liquids“ teils unbewusst konsumiert
Das Problem: Die illegalen Liquids sind der Expertin zufolge relativ einfach verfügbar und könnten auch über soziale Medien im Internet beschafft werden. Genaue Zahlen zum Konsumverhalten in Niedersachsen liegen dem Landkreis nicht vor, so Hambrock. Zum einen würden die „Baller-Liquids“ bewusst konsumiert. Zum anderen werden sie aber auch verteilt oder herumgegeben, berichtet Hambrock – so würden die Drogen von den Jugendlichen unbewusst konsumiert.
LSD und Heroin als rauchfähiges Liquid
Inzwischen könne fast jede Droge, darunter auch LSD oder Heroin, synthetisch als rauchfähiges Liquid hergestellt werden. Darauf weisen der Landkreis Verden, die Polizeiinspektion Verden/Osterholz und die Fachstelle Sucht in einer gemeinsamen Pressemitteilung hin. Oft sei auch die Droge „Görke“ im Spiel. Bei „Görke“ handelt es sich um sogenannte synthetische Cannabinoide, die meist ähnlich wirken wie pflanzliches Cannabis – allerdings viel stärker. Die gefährlichen Inhaltsstoffe verstecken sich hinter Fruchtgeschmack, sagte ein Sprecher des Landkreises. Demnach merken Jugendliche häufig nicht, was sie konsumieren, wenn ihnen beispielsweise eine E-Zigarette angeboten wird.
Panikattacken, Bewusstlosigkeit und Psychosen
Den Angaben des Landkreises zufolge ist die Wirkung der sogenannten Baller-Liquids durch ständig wechselnde Inhaltsstoffe oft nicht absehbar. Immer wieder komme es zu gesundheitlichen Problemen nach dem Konsum von „Baller Liquids“, warnt Hambrock. Nur wenigen seien die Gefahren bekannt. Panikattacken, Übelkeit, Herzrasen, Bewusstlosigkeit und Kontrollverlust bis hin zu akuten Psychosen könnten die Folge sein, mahnt Karin Dittmers von der Fachstelle Sucht und Prävention. Zudem würden die Vapes sehr schnell abhängig machen. Die beiden Expertinnen raten bei Folgeerscheinungen nach Konsum von „Baller-Liquids“, einen Arzt aufzusuchen. Gemeinsam mit der Polizei und der Fachstelle, möchte der Landkreis Verden nun per Rundschreiben über die Schulen alle Eltern über die Gefahren aufklären. Es sei wichtig, neben den Jugendlichen auch die Eltern zu sensibilisieren, so Hambrock. Eltern und Jugendliche, die sich weiter informieren wollen, können sich an die Fachstelle Sucht und Suchtprävention im Landkreis Verden oder an andere Drogenberatungsstellen werden.