Mo. Jun 17th, 2024

Eintracht Frankfurt saugt aus der 1:2-Niederlage beim FC Bayern Mut, um bestenfalls die beachtliche Heimserie gegen Bayer Leverkusen ausbauen zu können. Einzig der Gegner ist gefühlt ein anderer als in den Jahren zuvor.

Im Oktober 2022 kamen Zweifel an den Trainer-Fähigkeiten des Xabi Alonso auf. Der einstige Welt- und Europameister musste sich fragen lassen, ob die Bundesliga als Coach für ihn womöglich eine Nummer zu groß sei – nur zehn Tage nach seiner Anstellung in Leverkusen. Der Grund: eine 1:5-Abreibung bei einer wie entfesselt aufspielenden Frankfurter Eintracht. Bei einer Mannschaft, in der Kristijan Jakic den Abwehrchef gab, Chris Lenz bärenstark verteidigte, Jesper Lindström den Ball hübsch ins Netz lupfte, und sogar Lucas Alario ein Treffer gelang. Andere Zeiten.

Den Systemabsturz der Bayer-Mannschaft kreideten damals nicht wenige Beobachter Alonso an. Und schließlich machten sich die Frankfurter Fans noch lustig, sangen Lieder über den “Absteiger” aus Leverkusen, der damals tatsächlich auf Platz 16 stand. Nur eineinhalb Jahre später sieht die Welt anders aus, hat Alonso die hartnäckig an Selbstzweifel leidenden Leverkusener von ihren Schmerzen befreit, ist er, der 42-jährige Baske, der Meistermacher. Noch immer ohne Saison-Niederlage.

Am Sonntag (17.30 Uhr) tritt Alonso – wenngleich selbst gelbgesperrt – mit seinem Team erneut bei Eintracht Frankfurt an. Oder umgekehrt formuliert: Die Eintracht empfängt ihren Lieblingsgegner. Die letzten fünf Liga-Heimspiele gegen Leverkusen konnten die Hessen für sich entscheiden. Die erstaunliche Tordifferenz: 17 zu fünf.

Hradecky warnt vor Ex-Club

“Ganz ehrlich, die Spiele werden nicht einfacher. Gegen meinen alten Verein, da haben wir in fünf Jahren nix geholt…”, ließ Bayer-Torhüter Lukas Hradecky, Frankfurter Pokalheld von 2018 obendrein, am Samstag im ZDF-Sportstudio wissen. Doch kann die Eintracht den Allesgewinnern wirklich die erste Niederlage zufügen? Dafür spricht, dass die Frankfurter für Bayer nicht oberste Priorität genießen dürften, liegt das Spiel doch im Europa-League-Sandwich der Halbfinalpartien gegen AS Rom.   

Außerdem: “Wir können viel Positives mitnehmen und wollen mit diesem Spirit unbedingt einen großen Schritt machen für unser großes Ziel”, sagte Eintracht-Trainer Dino Toppmöller kurz nach der 1:2-Niederlage am vergangenen Samstag beim FC Bayern München. Das Ziel, den sechsten Platz und die damit (fast) sichere Europa-League-Qualifikation dingfest zu machen. Doch dafür wird sich die Eintracht steigern müssen.

Zum großen Ziel fehlt wohl nur ein Sieg

Wenngleich die allermeisten Beteiligten aus dem Hessischen ihren Auftritt in München als Mutmacher hernahmen, war die Leistung über einen nicht geringen Teil der Partie recht matt. Keineswegs schlecht, aber eben auch nicht gut genug. Ähnlich wie Mitte März in Dortmund drängte sich hinterher der Gedanke auf, dass mit ein wenig mehr Verve etwas Zählbares zu holen gewesen wäre. Bloß: Selten schafft die Eintracht es in dieser Saison, diese benötigte Energie dauerhaft auf den Rasen zu bringen. Dass die Frankfurter Europa-Konkurrenz durchweg patzte, hellte den sonnigen Nachmittag dennoch zusätzlich auf.

Ein Sieg noch, dann dürfte Platz sechs den Hessen wohl nicht mehr zu nehmen sein. “Wir werden in dieser Woche im Kopf bereit sein. Wir wollen und brauchen diese Punkte. Ich denke, mit einem Sieg können wir es schaffen, uns für Europa zu qualifizieren”, gibt Eintracht-Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri verbal die Richtung vor. Teamkollege Ansgar Knauff stimmt ein: “Wir sind auf einem guten Weg. So gehen wir in die nächsten drei Spiele.”

Zwei davon darf die Eintracht daheim bestreiten, was nicht ganz unwichtig ist. Denn: Seit dem Frankfurt-Debüt von Xabi Alonso hat die Eintracht lediglich noch zwei Ligaspiele im eigenen Stadion verloren. Eine beachtliche Bilanz.

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