Ein 17-Jähriger aus dem Kreis Limburg-Weilburg wird verdächtigt, eine schwere Gewalttat vorbereitet zu haben. Sprengstoff und Schusswaffe testete er bereits. Zwei weitere Jugendliche sollen ihm geholfen haben.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat beim Amtsgericht Limburg gegen einen 17- und einen 18-Jährigen aus dem Kreis Limburg-Weilburg sowie einen 15-Jährigen Anklage erhoben.

Dem 17-Jährigen werden nach Angaben der Ermittler vom Freitag die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, das Waffengesetz und das Ausgangsstoffgesetz, Volksverhetzung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in insgesamt 25 Fällen vorgeworfen.

Test-Sprengungen im Wald und in Wohngebieten

Der Jugendliche wurde bereits am 17. April dieses Jahres festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen seinen 59 Jahre alten Vater, der ebenfalls festgenommen worden war. Er soll eine große Menge an Kriegswaffen – darunter auch Maschinengewehre – besessen und in seinem Haus aufbewahrt haben. Zudem habe er mindestens 250 Kilogramm an Munition gehortet. 

Hinweise auf eine gemeinsame Tatbegehung von Vater und Sohn ergaben sich bei den Ermittlungen aber nicht, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Ob gegen den Vater ebenfalls ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontroll- und Waffengesetz geführt wird, ist noch unklar. Gegen ihn wird weiter ermittelt, ein Haftbefehl gegen ihn wurde inzwischen außer Vollzug gesetzt.

Der 17-Jährige soll zwischen dem 17. September 2024 und dem 7. März 2025 im Wald und in Wohngebieten nahe seinem Elternhaus diverse Sprengungen durchgeführt und die Schusswaffe getestet haben.

„Ausgeprägt antisemitisch, rassistisch und rechtsextremistisch“

Der Staatsanwaltschaft zufolge ist das Weltbild des Jugendlichen ausgeprägt antisemitisch, rassistisch, ausländerfeindlich und rechtsextremistisch. Vor diesem Hintergrund soll er den „Entschluss zur Bekämpfung nicht seinem Weltbild entsprechender Personen und zu einer Umstrukturierung der Gesellschaft gefasst“ haben.

Ihm wird vorgeworfen, sich zur „Sprengstoffherstellung fortgebildet und sich Materialien verschafft zu haben, mit denen er hochexplosiven Sprengstoff herstellte“.

Umstrukturierung der Gesellschaft „durch tödliche Gewalt“ geplant

Darüber hinaus soll er sich eine Schusswaffe beschafft haben. „Die angestrebte Umstrukturierung der Gesellschaft sollte durch tödliche Gewalt gegen den vorstehend genannten Personenkreis erfolgen“, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Bei dem 17-Jährigen wurden teils verbotene Materialien zur Sprengstoffherstellung, die Schusswaffe und weitere Waffen sichergestellt. Ihm soll es mit den bei ihm gefundenen Materialien und seinem Wissen möglich gewesen sein, hochexplosiven Sprengstoff herzustellen. Ihm wird außerdem vorgeworfen, in Chatgruppen volksverhetzende Inhalte geteilt zu haben.

Mitangeklagte sollen bei Vorbereitung geholfen haben

Dem 15- und dem 18-Jährigen wird laut Anklage die Beihilfe zur Vorbereitung der schweren staatsgefährdenden Gewalttat des 17-Jährigen vorgeworfen.

Dem 15-Jährigen wird zur Last gelegt, ihn hierbei in vier Fällen begleitet, sowie ihn bei der Planung der Sprengstoffherstellung unterstützt und seine ideologischen Ansichten geteilt zu haben. Ihm werden darüber hinaus Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz in insgesamt vier Fällen vorgeworfen.

Der 18-Jährige soll den 17-Jährigen durch den Kauf von Materialien zur Sprengstoffherstellung unterstützt haben.

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